Sicherheit im Reitsport
Reithelme & Sicherheitswesten
Autor: Manfred Grebler
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Sinn und Zweck von Sicherheitswesten

Sicherheitswesten waren bis zur Jahrtausendwende fast ausschließlich in der Vielseitigkeit (Geländeprüfung) anzutreffen, wo sie seit langem auf Turnieren Pflicht sind. (Daher stammt die gelegentlich benutzte Bezeichnung "Military-Weste".) Zwischenzeitlich haben diese Schutzwesten jedoch auch in anderen Bereichen des Reitens eine gewisse Verbreitung erlangt. Vor allem beim Springen, bei Kindern, beim Anreiten junger Pferde und (noch eher selten) beim Ausreiten sind sie öfters (wenn auch nicht oft) anzutreffen. Diese erhöhte Nachfrage führte natürlich auch bald zu einem wachsenden Marktangebot mit vielen verschiedenen Westen vor allem im unteren Preisbereich.
Sinn einer Schutzweste ist es, den Oberkörper (Brustkorb) und vor allem den Rücken (Wirbelsäule) vor Verletzungen zu schützen. Abgesehen von Kopfverletzungen (das Tragen eines guten Reithelms sei hier vorausgesetzt) ist dies der Bereich, in welchem die Wahrscheinlichkeit von wirklich schweren Verletzungen am größten ist. Arm- und Beinbrüche mögen zwar schmerzhaft sein und längere Zeit für die Heilung benötigen, lebensgefährliche Verletzungen sind dort normalerweise aber genauso wenig zu erwarten wie erhebliche dauerhafte Behinderungen. (Ausnahmen gibt es natürlich immer.) Unter diesen Gesichtspunkten ist die Schutzwirkung von Sturzwesten durchaus auch für "normale" Reiter von Interesse, und wenn sie bei einem Sturz auf harten Boden "nur" schmerzhafte Prellungen im Rückenbereich verhindern!
Daraus ergibt sich der Ratschlag, bei jeder Art des Springens eine Sicherheitsweste zu tragen. Stürze kommen hier doch vergleichsweise häufig vor und können sehr gefährlich sein. (Sturz ins Hindernis, Sturz samt Pferd usw.) In manchen Ställen sind daher Schutzwesten in den Springstunden zumindest bei Kindern und Jugendlichen inzwischen vorgeschrieben. Bei Junioren-Springprüfungen gibt es eine solche Pflicht derzeit in Deutschland (im Gegensatz zu anderen Ländern wie Österreich) derzeit leider noch nicht.
Beim Ausreiten sollte zumindest bei etwas "schwierigen" Pferden über diese Schutzmöglichkeit nachgedacht werden. Wobei bekanntlich bei keinem Pferd und keinem Reiter ein folgenschwerer Sturz gänzlich ausgeschlossen werden kann, so dass letztendlich jeder Reiter selbst entscheiden muss, wie viel Restrisiko er in Kauf nehmen will bzw. wie viel er bereit ist, für den Schutz der eigenen Gesundheit zu tun.
Beim Dressur-Reiten schließlich besteht im Allgemeinen noch das geringste Verletzungsrisiko, so dass hier wohl nur beim Anreiten junger Pferde und bei bekannt problematischen Pferden über eine Sicherheitsweste nachgedacht werden sollte. Ebenso allerdings auch bei Reitanfängern und insbesondere Kindern, da bei diesen das Sturzrisiko dann doch viel höher ist als bei erfahrenen Reitern. (Es braucht in solchen Fällen ja keine der dicken "Panzer"-Westen aus dem VS-Sport sein, eine leichtere Variante bietet auch noch ausreichend Schutz und behindert nicht. Die Alternativen "Rückenprotektor" oder "Airbag-Weste" sollten ebenfalls in Betracht gezogen werden.)
Bei (aus welchen Gründen auch immer) etwas ängstlichen Reitern (Was keineswegs mit "Anfänger" oder "schwacher Reiter" gleichgesetzt werden darf!) ist der psychologische Effekt übrigens von erheblicher Bedeutung: Fühlt man sich als Reiter mit Schutzweste sicherer, so überträgt sich diese Sicherheit oft auch auf das Pferd, wodurch es dann oft gar nicht zu kritischen Situationen oder gar Stürzen kommt. Daher ist in solchen Fällen eine Sicherheitsweste immer von großem Vorteil, egal ob im Gelände, beim Springen oder bei Bedarf eben auch in der Dressur.
Wie auch die Benutzung von Helmen hat in England die Verwendung von Sicherheitswesten eine wesentlich längere "Tradition" als hierzulande. Übrigens haben die meisten Markenhersteller von Sicherheitswesten ihren Sitz in England und die BETA Norm für Sicherheitswesten wurde dort eingeführt.
Der größte Nachteil von Sturzwesten ist sicherlich, dass man mehr oder weniger stark darin schwitzt. Im Hochsommer statt nur mit einem dünnen T-Shirt mit einer dicken nur bedingt luftdurchlässigen Weste zu reiten, ist sicher nicht jedermanns Sache und erfordert einige Selbst-Disziplin. Die auch oft erwähnte Einschränkung der Bewegungsfreiheit sollte meiner Meinung nach weniger ein Problem sein, vorausgesetzt die Weste passt wirklich! (Wobei es durchaus ein erhebliches Problem darstellen kann, eine gut passende Sturzweste zu finden. - Siehe nächste Seite!) Außerdem muss man berücksichtigen, dass das verwendete Material bei Erwärmung weicher wird, bei Kälte sind alle Westen sehr hart und steif, dies ändert sich jedoch nach einiger Zeit des Tragens.

Der beste Reithelm und die beste Sicherheitsweste bieten keinen absoluten Schutz gegen schwere und lebensgefährliche Verletzungen! Das Tragen dieser Schutzkleidung darf also keinesfalls zu Leichtsinn verführen nach dem Motto "Jetzt kann mir ja nichts mehr passieren!" Die Beachtung der üblichen Regeln für unfallfreies Reiten ist durch nichts zu ersetzen!

Reiten ist ohne Frage ein ebenso schönes wie gefährliches Hobby. Gerade deshalb aber sollte jede(r) Reiter(in) sich Gedanken um den bestmöglichen Schutz der eigenen Gesundheit machen, um auch in Zukunft noch Freude daran haben zu dürfen.

Noch eher selten zu sehen:
Sicherheitswesten beim Ausreiten im Gelände.

Beim Parcour-Springen und auf Springturnieren ist zumindest in den unteren Klassen und bei Jugendlichen häufiger das Tragen von Schutzwesten zu beobachten.

Beim Springen im Gelände über feste Hindernisse sollte eine Schutzweste selbstverständlich sein, leider ist sie das in der Praxis noch nicht immer.
Fotos © M. Grebler

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Soweit nicht anders angegeben © Manfred Grebler