Sicherheit im Reitsport
Reithelme & Sicherheitswesten
Autor: Manfred Grebler
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Warum einen Reithelm?

Seit die erste Fassung dieser Webseiten über Reithelme im Jahr 2003 online gestellt wurde, hat es einige erfreuliche Entwicklungen gegeben. Mehr Reiter benutzen öfters einen Reithelm als früher, das Angebot an Helmen auf dem Markt ist inzwischen schier unübersehbar (wenn auch qualitativ sehr uneinheitlich), daher sollte eigentlich jeder Reiter und jede Reiterin einen passenden Helm in zufriedenstellender Optik finden können. Auch was Belüftung, Gewicht und damit Tragekomfort betrifft, hat es merkliche Verbesserungen gegeben.

Dennoch bleibt mir auch heute noch dieses einleitende Kapitel nicht "erspart". Noch immer gibt es viel zu viele Reiter, die nur selten oder nie einen Helm benutzen. Wobei diese Quote stark schwankt je nach Stall und Reitweise. Fragt man diese Helm-Muffel nach den Gründen für ihr Verhalten bekommt man (oft höchst erstaunt) die unterschiedlichsten Antworten zu hören, am häufigsten sicher "ich falle nicht vom Pferd" oder "unbequem". Wohl der häufigste eigentliche Grund dürfte Eitelkeit sein. Vielleicht gar nicht so sehr, dass es angeblich einfach blöd aussieht, sondern weil es einfach als "uncool" empfunden wird, und das keineswegs nur im jugendlichen Alter. Denn schließlich ist man ja ein "erfahrener" Reiter, und als solcher fällt "man" nicht vom Pferd, also braucht es auch keinen Reithelm. (Oder das eigene Pferd ist ja soooo brav.) Gerade erfahrene Reiter sollten jedoch wissen, saß IMMER etwas passieren kann, dass auch das bravste Pferd mal erschrecken oder stürzen kann. Ein Umdenken erfolgt häufig erst dann, wenn man selbst einen schweren Sturz erlitten hat oder einen solchen live miterlebt hat. Doch dann kann es mitunter auch schon zu spät sein! Nicht alle haben so viel Glück wie eine Bekannte von mir, die sich nach einer Schädelfraktur entscheiden konnte, in Zukunft dann doch lieber nur noch mit Helm zu reiten...

In gewisser Weise auch Schuld an dieser Einstellung waren und sind zum Teil immer noch sowohl die Reitlehrer als auch die deutschsprachigen Reitbücher und Pferdemagazine. Reitlehrer könnten mit gutem Beispiel vorangehen und sollten auch wesentlich konsequenter auf das Tragen von (normgerechten!) Reithelmen bestehen - auch bei Erwachsenen - um dies wesentlich selbstverständlicher werden zu lassen.. Was in dieser Hinsicht mitunter in Reitschulen zu sehen ist, spottet jeder Beschreibung. (Wobei natürlich von einer RL, welche nicht einmal beim Springen selbst einen Reithelm aufsetzt - eigene Beobachtung - kaum eine erzieherische Wirkung zu erwarten ist...)
Im Hinblick auf Bücher und Zeitschriften hat sich sicherlich in den letzten Jahren ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein im Hinblick auf eine Vorbild-Rolle durchgesetzt. Dies aber längst nicht bei allen Autoren und Redaktionen, so findet man immer noch genug Bilder von ReiterInnen ohne Helm in diesen Publikationen. - Und ich rede hier nicht von Artikeln über S-Dressur Reiter! Sogar in Kinder- und Jugendzeitschriften werden mitunter noch Bilder ohne Reithelm veröffentlicht.
Eine völlig andere Einstellung herrscht übrigens zum Beispiel in England. Die dort verlegten Reitbücher (zumindest die mit bekannten) zeigen praktisch ausnahmslos Reiter mit Helm. Auch in der Reit-Praxis ist dort der Reithelm wesentlich verbreiteter als bei uns. Was ich so gehört habe, sind Reitschüler ohne Kopfschutz dort fast undenkbar.

In meinen Augen gibt es schlichtweg keinen vernünftigen Grund, ohne Schutzhelm auf ein Pferd zu steigen. Es gibt heute eine reiche Auswahl an leichten und luftigen Reithelmen, die das Tragen auch bei sommerlichen Temperaturen zumindest erträglich gestalten. Auch der Preis sollte nun wirklich kein Hindernis darstellen. Brauchbare Reithelme sind bereits ab ca. 40 Euro zu bekommen. Wobei man natürlich für mehr Sicherheit und/oder Komfort auch fast beliebig viel Geld ausgeben kann. Mitunter müssen Schauergeschichten über durch den Helm verursachte Verletzungen als Begründung herhalten. Abgesehen davon, dass die meisten derartigen Fälle wohl durch veraltete oder schlecht sitzende Reithelme verursacht wurden: Ein gebrochenes Nasenbein ist immer noch besser als ein Schädelbruch !! Auch wenn schon viel gewonnen wäre, wenn die meisten ReiterInnen wenigstens beim Ausreiten einen Helm aufsetzen würden: Ich sehe auch keinen Grund, in der Halle oder auf dem Platz beim Dressur-Reiten darauf zu verzichten! Selbst wenn objektiv das Sturz- und Verletzungsrisiko dort vielleicht etwas geringer ist: Mit dem Kopf voraus in die Bande zu fliegen ist kein Spaß! Aber gerade hier ist wohl die "ICH falle doch nicht"-Mentalität besonders schwer wegzukriegen... Wer der Sinn eines Reithelms einmal verinnerlicht hat und daran gewöhnt ist, ständig mit einem solchen zu reiten, bekommt dann auch direkt ein ungutes Gefühl, wenn man z.B. mal nur eben schnell ein Pferd trocken reiten soll und gerade der Helm nicht griffbereit ist. ;-)

Zum Abschluss dieses sicherlich etwas persönlichen und emotionalen Einleitungskapitels daher noch meine dringende Bitte:

Leute, schützt Euren Kopf so gut ihr könnt, Ihr habt nur einen!!

Und lasst Euch nicht von schrägen Blicken und dümmlichen Bemerkungen Eurer Stallkollegen beeinflussen.


Nur beim Springen sehen die meisten Reiter dessen Notwendigkeit ein, aber auch da gibt es leider noch immer unrühmliche Ausnahmen.

Leider alles andere als selbstverständlich hingegen ist für die Mehrzahl der Reiter das Tragen eines Reithelms im Gelände.

Ein wirklich seltener Anblick sind dann Dressur-Reiter mit Helm...
Fotos © M. Grebler